Also wie Ihr vielleicht wisst, habe ich einen Tag vor Heilig Abend Geburtstag – jedes Jahr ist das so, schon seit 2002. Also die ganz Pfiffigen unter Euch wissen jetzt sofort, wie alt ich geworden bin. Aber darum geht es hier ja eigentlich nicht, denn außer am Rande hat mein Geburtstag mit der Geschichte eigentlich nix zu tun. Na ja zumindest weitestgehend ist das wohl korrekt wie mein Paps jetzt wohl sagen würde.
Also ich habe mir zu meinem Geburtstag eine etwas komplizierte zweistöckige Schoko-Vanille-Torte gewünscht. und mein Paps wäre nicht mein Paps, wenn er nicht auch ab und an meine kleine speziellen Wünsche erfüllen würde. Aber damit habe ich diesmal dann doch nicht gerechnet. Denn anstatt eine schöne Torte auf meinen Geburtstagstisch zu stellen, waren da plötzlich zwei fast identische Torten. Ja genau, zwei Stück. Ich habe bestimmt wie ein Auto geguggt. Denn ich hatte mir ja nur eine gewünscht.
Aber der Bäcker- und Konditormeister in Roßwein, Ziechner heißt der wohl, hat einfach zwei von den riesigen Teilen gemacht. Angeblich weil der das nicht anders hinbekommen hat. Das liegt wohl daran, dass er nicht in der örtlichen CDU ist, sonst wüsste der wohl wie das geht. Aber was soll´s kann ja nicht jeder so schlau sein, wie die Roßweiner Christdemokraten. Wenn Ihr mehr darüber wissen wollt, sollte ihr mal bei Rudi vorbeischaun, der hat das in seinem Blog wirklich schön erklärt.
Aber zurück zu meiner Geburtstagspartytortengeschichte. Wir haben also alle von meiner Geburtstagstorte gegessen. Na gut mit elf Personen haben wir immerhin fast eine Hälfte geschafft. Und Ankes Mama hat auch noch ein großes Stück abbekommen. Wenn Oma und Opa heute aus Chemnitz kommen, bekommen sie auch erst mal jeder noch eine große Portion von der Buttercremetorte.
Aber wie Ihr Euch sicher vorstellen könnte, war da noch Torte No. 2. Klingt fast wie dieses Parfüm. Aber ohne Mist, nun hatten wir das Riesenteil und wussten nicht wohin. Meine Ma häte die Torte bestimmt in den Müll geschmissen oder aus Platzgründen im Garten verbuddelt. Aber mein Paps hatte wie immer die besser Idee: Warum die vollständige Torte No. 2 nicht ins nächste Alters- oder Seniorenheim bringen? Sollen die doch sehen, was sie mit den vielen Kalorien machen.
Ich habe gleich gesagt am besten in das Seniorenwohnheim der Volkssolidarität in Döbeln. Das kenne ich, habe da sogar schon mal ein Foto von ein paar alten Leutchen gemacht. Wir wollten die Torte No. 2 also pünktlich vorm Nachmittagskaffee vorbei bringen. Aber ohne Erfolg. Die Tür war verschlossen und nicht mal auf unser Klingeln hat jemand geöffnet. Bloß blöd wenn da auch der Weihnachtsmann vor verschlossenen Türen gestanden hätte. Zum Glück kommt bei uns das Christkind. Aber das ist eine andere Geschichte.
Wir haben also kurz überlegt und meinen Religionslehrer – ihr wisst schon, den aus der anderen Geschichte – angerufen. Dem ist nur das Heim in Roßwein eingefallen. Weil wir bei diesem Wetter nicht endlos durch die Gegend kurven wollten, sind wir fix nach Roßwein gefahren. Dort im Seniorenheim Berta Börner waren die Türen sogar so weit geöffnet, dass wir mit der Torte No. 2 durch gepasst haben
In der Kantine waren die gerade dabei die Kaffeetafel festlich zu schmücken. Wir sind da also reingeplatzt und haben zwei Kaffeetischdeckerinnen die Torte überreicht. Mein Paps hat noch kurz die Geschichte von No. 2 erzählt, ohne den CDU-Hintergrund und dann sind wir auch schon wieder verschwunden. Ohne Foto, obwohl mein Paps seine Kamera dabei hatte. Aber weil er mich vorher nicht gefragt hat, und das schließlich keine öffentliche Veranstaltung war hab ich ihm gesagt, dass ich diesmal keine Fotos wünsche. Schließlich muss ich auch ab und zu mal an meine Privatsphäre denken. Außerdem müsste mein Paps doch als Journalist wissen, dass er in jedem Fall vorher zu fragen hat, wenn er ein Foto machen will. Wir sind hier doch schließlich nicht bei der BILD-Zeitung.
Verfasst von: victoria | Dezember 25, 2010
Eine Torte für Senioren und warum mein Paps wieder in die Kirche geht
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